March for Science in Wien

Es wird Zeit, dass die Wissenschaft sich mehr dafür einsetzt, sich von „Meinungen“ abzuheben. Wissenschaft ist keine Meinung, Wissen ist kein Glaube.

Und es wird Zeit, Wissen und Glaube klar zu trennen. Es kann nicht sein, dass man Religionen und Verschwörungstheoretikern eine unkontrollierte Ausbreitung auf diversen Kanälen und Plattformen bietet und ihnen ihren Aberglauben wie Götter, Schöpfung, Chemtrails, Flache Erde und andere Schwachsinnsbezeugungen kundtun lässt, gänzlich ohne einen Hinweis auf Satire oder Fiktion.

Und ja, ich nenne Gottglaube in derselben Kategorie wie Chemtrails, es ist Aberglaube und soll auf diese Stufe gestellt werden.

Es ist gut, dass es solche Aktionen wie den March for Science gibt, doch kann dies erst ein Anfang sein.

Fakten müssen von Meinungen klar unterschieden werden!

Hier ein Beitrag aus den Salzburger Nachrichten: Hunderte Teilnehmer beim „March for Science“ in Wien

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Die glorifizierten Auswüchse religiöser Vereinigungen – Mutter Teresa

Andrea bloggt

mutter-teresaIn einer kleinen Reihe möchte ich nach und nach die, wie ich sie nenne, „Glorifizierten Auswüchse religiöser Vereinigungen“ unter die wissenschaftliche und kritische Lupe nehmen. Ich beginne mit einer der bekanntesten: Mit Mutter Teresa. 

 

Neben einem Gott, den es zu verehren gilt, bringen Religionen auch ihre irdischen Ikonen hervor.

Mutter Teresa, die gepriesene Missionarin der Nächstenliebe und Barmherzigkeit, ist eine davon. Anjezë Gonxhe Bojaxhiu, wie sie mit bürgerlichem Namen hieß, war Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin und wurde durch ihre Arbeit in den Slums von Kalkutta ein verehrungswürdiges Vorbild für Katholiken. Von 1937 an war Anjezë Gonxhe Bojaxhiu Ordensmitglied auf Lebenszeit und wird bis heute als Popstar unter den Nonnen gefeiert. Nach einer Hungersnot in Bengalen stürzten Unruhen zwischen Moslems und Hindus im August 1946 die Stadt ins Chaos. Kurz darauf, am 10. September 1946, widerfuhr Schwester Teresa das, was sie als „Befehl Gottes“ schilderte. Auf dem Weg von Kalkutta nach…

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Nicht haltbare Thesen – Evolution konnte bis heute nicht beobachtet werden.

Das Argument, man könne auch heute noch die Evolution nicht beobachten, ist ein nur zu gerne genutztes Argument von Kreationisten. Aber, wie alle ihre Argumente, stellt sich auch dieses als nicht haltbar heraus, wenn man es den Tatsachen gegenüberstellt.

Sehen wir uns also ein paar dieser Tatsachen an:

— Tachyeres brachypterus —

Zunächst einmal haben wir da die Falkland-Dampfschiffente (Tachyeres brachypterus).

Was soll an dieser nun so toll sein, dass man damit einen Kreationisten vom Ofen hervorlocken könnte? Nun, sie sind flugunfähig! Wieso haben sie Flügel, wenn sie nicht fliegen sollen?

  • Argument auf Behauptungs-Niveau: Dies ist kein „Intelligent Design“. Intelligente Ingenieure bringen ja auch keine Flügel an Autobussen an.
  • Sachliche Argumentation: Mangel an Feinden machte Fliegen überflüssig Doch warum sind gerade Inseln ein Paradies für das Entstehen von Nichtfliegern? „Flugunfähige Vögel konnten sich vor allem dort entwickeln, wo es wenige oder keine räuberischen Säugetiere gab und der Konkurrenzkampf mit bodenlebenden Säugern nicht so groß war“, erklärt Christina Bauch vom Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“. So existierten auf Neuseeland bis vor rund 1.000 Jahren überhaupt keine größeren Säugetiere. Vogelfeinde wie Hund oder Katze kamen erst im Schlepptau des Menschen dorthin. Für die Vögel war Fliegen können auf diesen Inseln deshalb über Jahrmillionen kein wirklicher evolutionärer Vorteil, denn sie mussten sich ja nicht vor Räubern in Sicherheit bringen. Statt viel Energie und andere biologische Ressourcen in den Aufbau der Flugmuskulatur und den Flugvorgang zu stecken, war es für sie lohnender, diese in andere Anpassungen an ihren Lebensraum zu investieren. Mit dem Verlust der Flugkunst gingen erhebliche Veränderungen im Körper- und Skelettbau der flugunfähigen Vögel einher. So besitzen die Kiwis heute nur noch kleine Flügel und ihnen fehlen sowohl der Schwanz als auch der Brustbeinkamm. An diesem kleinen Knochen setzt bei flugfähigen Vögeln die umfangreiche Flügelmuskulatur an. Quelle: http://www.nationalgeographic.de/aktuelles/warum-gibt-es-voegel-die-nicht-fliegen-koennen

Ich kann das Gegenargument förmlich hören: „Dies ist keine direkte Beobachtung!“ Jeder halbwegs zu rationalem Denken fähige Mensch erkennt sofort die Stolperfalle in der Argumentation, mit welcher sich ein Kreationist durch seine eigene Argumentation selbst ins Aus stellt. Denn auf die Gegenfrage, ob man die Schöpfung etwa direkt beobachten konnte, kommen im Regelfall nur Ausflüchte oder es wird ganz flink das Thema gewechselt. Aber lassen wir dieses Argument einmal gelten und erhöhen den Anspruch an Belegbarkeit.

— Drosophila melanogaster —

Also die Kreationisten wollen es beobachten können? Am besten vielleicht noch zuhause? Nun, wieso nicht? Man nehme einige Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster), teile sie in unterschiedliche Populationen und kann dann anhand einer selbst herbeigeführten „Selektion“ die dadurch bedingte „Mutation“ beobachten. Wie das funktioniert? Man nehme drei (oder mehr) Marmeladegläser mit einer jeweils bestimmten sich stark unterscheidenden Sorte Marmelade. Welche exakt bleibt Geschmackssache, allerdings sollte sie den der Fruchtfliegen treffen. Dann lässt man die Fruchtfliegen sich entscheiden und eine bestimmte Marmelade bestimmt man zur „Selektions-Marmelade“. Alle Fliegen, welche sich für diese eine bestimmte Marmelade entscheiden, bekommen die Gelegenheit, sich zu vermehren. Die nächste Generation an Fruchtfliegen wird ebenso selektiert. Nach mehreren Generationen, etwas mehr als 20, zeigt sich, dass sich eine Fruchtfliegengeneration entwickelt hat, welche schneller lernt und sich vermehrt für die vorgegebene „Selektions-Marmelade“ entscheidet.

Quelle: http://www.shortnews.de/id/756345/evolution-nicht-nur-eine-theorie-forscher-liefert-beweise

Nun wird es zwar schon etwas enger, doch Kreationisten werden dennoch weiter argumentieren, dass man die Flugunfähigkeit in ihrer Entwicklung nicht direkt beobachten kann und dass Fliegen doch wohl ein gar seltsames Beispiel seien. Nun, wieso? Dass die Enten Flügen haben ist ein Beleg dafür, dass sich diese einst evolutionär entwickelt haben und nun ihre Funktion verloren haben. Und nur weil Fliegen klein und Insekten sind, darf man sie nicht als Beispiel nehmen? Wieso, auch ihre Entwicklung beruht auf Veränderungen in der DNA. Aber was soll’s, direkt beobachtbar und größer, schön handlich, zum Anfassen? Gerne!

Anolis carolinensis —

Der Rotkehlanolis (Anolis carolinensis), auch Amerikanisches Chamäleon oder Grüner Anolis genannt, zeigt uns innerhalb weniger Jahre, 15 um den Artikel zu zitieren, was die Evolution in wenigen Generationen, 20 an der Zahl, hervorbringen kann. Die Forscher studierten die Anolis um zu sehen, wie sie gegen die Invasion einer konkurrierenden Spezies reagieren würden. Sie setzten Grüne Anolis auf kleinen Inseln in Florida einer Invasion durch Braune Anolis aus Kuba aus. Beide Arten sind etwa gleich groß und ernähren sich auch in etwa gleich. Doch auch die Forscher waren überrascht, mit welcher unglaublichen Geschwindigkeit die Evolution hier ihre Arbeit verrichtete! Aber lest selbst:

Quelle: https://www.washingtonpost.com/news/speaking-of-science/wp/2014/10/23/competition-drove-these-lizards-to-evolve-big-sticky-feet-in-just-15-years/

(Hier der Artikel in übersetzter Form, allerdings lässt die Übersetzung teils zu wünschen übrig und liest sich seltsam. https://translate.google.at/translate?hl=de&sl=en&u=https://www.washingtonpost.com/news/speaking-of-science/wp/2014/10/23/competition-drove-these-lizards-to-evolve-big-sticky-feet-in-just-15-years/&prev=search)

Es gibt noch viele Beispiele für einen durch uns Menschen beobachtbaren Evolutionsprozess. Zu viele, um alle hier aufzuzählen. Wenn also das nächste mal ein Kreationist mit dem nicht haltbaren Argument kommt, man könne Evolution nicht beobachten, sagt ihm einfach: „Anolis carolinensis. Schachmatt, Kreationist.“

Missinterpretierte Begriffe: Zufall

Das Wort Zufall wird in seiner Bedeutung leider sehr oft missbräuchlich verwendet. Viele kennen wohl die Aussage: „Atheisten denken, das Universum sei durch Zufall entstanden“. Dieser Satz ergibt keinen Sinn, wenn man sich der Bedeutung des Wortes Zufall bewusst ist. Ich möchte hier die Wikipedia zitieren, welche es sehr schön beschreibt:

„Von Zufall spricht man dann, wenn für ein einzelnes Ereignis oder das Zusammentreffen mehrerer Ereignisse keine kausale Erklärung gegeben werden kann. Als kausale Erklärungen für Ereignisse kommen in erster Linie allgemeine Gesetzmäßigkeiten oder Absichten handelnder Personen in Frage. Die Erklärung für Zufall ist also gerade der Verzicht auf eine (kausale) Erklärung.“
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zufall)

Der oben genannte Satz würde also folgendes bedeuten: „Das Universum ist durch mein Unwissen über den kausalen Ablauf entstanden“. Paradox, nicht wahr? Nun, der Irrtum liegt auf der Hand. Wenn man also sagt, etwas sei „per Zufall“ oder „zufällig“ geschehen, so sagt dies lediglich eines aus: Dass man keine Erklärung dafür hat. Dies wiederum bedeutet nicht, dass es keine Erklärung gibt, sondern nur, dass die Person, welche den Satz ausspricht, auf eine Erklärung verzichten will oder muss. Der Satz, das Universum sei durch Zufall entstanden, sagt somit im korrekten Sinne aus, dass man keine Erklärung abgeben will oder kann. Dass diese Aussage selbst wiederum so nicht ganz korrekt ist, soll auch noch kurz angemerkt sein. Hypothesen zum Urknall gibt es, und diese ruhen nicht nur auf losen Vermutungen, sondern fundierten Erkenntnissen und Berechnungen im Bereich der theoretischen Physik.

Missinterpretierte Begriffe: Information (in der Materie)

Oft hört oder liest man, dass es Information in der Materie gäbe, welche auf einen Informationsgeber hinweisen würde und somit einen Schöpfergeist beweisen würde. Um hier zu erkennen, wo der Fehler in der Aussage steckt, muss man sich damit auseinandersetzten, was Information überhaupt ist und wie sie entsteht.

Information entsteht durch das Bewerten von Zuständen.

Wobei das Wort ‚Bewerten‘ hier nicht mit dem subjektiven Begriff der Wertschätzung verwechselt werden darf, sondern die objektive Einordnung von vorliegenden Tatsachen meint.

Eigentlich könnte man es darauf beruhen lassen, aber ich möchte den Mythos von Information in der Materie gerne unmissverständlich aus der Welt schaffen.
Beginnen wir beim Übeltäter, dem Zustand. Was ist ein Zustand? Ein Zustand ist eine vorherrschende Möglichkeit aus allen wahrscheinlichen Möglichkeiten die ein System einnehmen kann. Ein Zustand selbst ist aber noch lange keine Information, sondern lediglich eine eingetretene Möglichkeit. Doch wie kommt es nun zur „Information“?
In unserem Universum hat es sich zugetragen, dass sich Materie derart angeordnet hat, dass diese durch ihre strukturelle Anordnung in der Lage ist, zu denken, also so etwas wie ein Ich-Bewusstsein hervorzubringen. Mit diesem Bewusstsein einhergehend ist eine Eigenschaft, welche diese Anordnung von Materie, ich nenne sie ab nun Mensch, dazu antreibt, Dinge zu hinterfragen und verstehen zu wollen. Daher hat der Mensch begonnen zu beobachten. Zunächst mit den Sinnen, später mit technischen Hilfsmitteln, welche weit mehr erkennen können als es die Sinne des Menschen erlauben. Aber jede Beobachtung ist im Eigentlichen nur eine Bewertung. Man beobachtet, erkennt dadurch etwas und muss diese Erkenntnis nun bewerten. Man muss sie also formulieren, zum Ausdruck bringen. Es hilft nichts, einen Stein zu wägen und auf das Display der Waage zu starren. Man muss die dort stehenden Symbole ablesen und als Zahlen erkennen, man muss diese Zahlen als genormten Wert für das Gewicht erkennen und entsprechend assoziieren können. So, dass letztendlich aus der räumlichen Lage des Steins auf einer Waage mit den Symbolen darauf eine Aussage wird. „Der Stein wiegt 5,34 Kilogramm“. Und das ist sie nun, die Information, von der so gerne behauptet wird, sie stecke in der Materie.

Natürlich ist auch die Aussage, dass ein Stein auf einer Waage liegt, eine Information. Aber auch dies ist wiederum eine Bewertung. Jemand sieht etwas. Das Gesehene wird im Gehirn verarbeitet und ein Teil davon als ein Stein erkannt, der auf einer technischen Vorrichtung liegt, die man Waage nennt. Erst diese Bewertung generiert das, was man Information nennt. Einen Zustand, den man bewertet und formuliert hat. Ohne Bewusstsein, welches solch eine Bewertung durchführen würde, wäre es Materie in einem Schwerefeld die durch die wirkenden Kräfte auf eine andere Materie einwirkt. Und genau genommen, nicht einmal das. Es wäre etwas. Und niemand wäre hier um zu bewerten, ob überhaupt etwas ist. Wobei dieser Satz selber nun wieder eine Information ist, denn was habe ich gemacht? Ein Szenario erdacht, bewertet und formuliert. Ohne mir, gäbe es dieses Szenario nicht einmal.

Es gibt keine Information in der Materie, dort liegen nur Zustände vor. Es ist der bewusste Beobachter, welcher Information erzeugt. Entweder für sich selbst oder um diese weiterzugeben. Manches Mal wird Information erzeugt, deren Aussage keine Schnittmenge der Wirklichkeit ist, was lediglich ein weiterer Beleg dafür ist, dass Information eben nicht aus dem Beobachteten kommen kann sondern dort entsteht, wo auch der Rest an Informationen entsteht: Im Bewusstsein von uns Menschen. Information ist in unseren Köpfen.

Missinterpretierte Begriffe – Das Lego-Männchen eine Variante des „Blind-Watchmaker“ Arguments

Hier zeigt sich mal wieder sehr schön, wie wenig die Macher dieses Memes verstehen, worüber sie eigentlich reden.

  1. Nichts entsteht durch Zufall. Der Begriff wird oft falsch verstanden. Zufall bedeutet, dass man für ein beobachtetes Phänomen keine kausale Erklärung abgeben kann oder will. Zufall bedeutet, auf eine Erklärung zu verzichten und stellt keinen physikalischen Ablauf dar!
  2. Zeigt das Bild, obwohl die Intention eine andere ist, sehr schön auf, wie es tatsächlich ist! Ein Lego-Männchen hat einen Schöpfer, den Menschen. Es ist eine stark reduzierte Abbildung eines Menschen, minimalistisch und als Spielfigur ausgelegt. Mehr soll sie nicht sein. Der Mensch hingegen, ist das Produkt eines Milliarden Jahre langen Evolutionsprozess. Ein Schöpfer würde den Menschen viel anders gestalten, nicht so umständlich und verworren wie die Organe aufgebaut sind. Jede Smartphone-Kamera löst besser auf als das Auge, jedes Mikrophon hört besser als das Ohr, unser Gehirn erfasst nicht mal 1% von dem was ihm die Sinne mitteilen und selbst da irrt es in der Interpretation, diese Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen. Kein intelligenter Designer würde einen Menschen dermaßen fehleranfällig und umständlich konstruieren, dies kommt nur zustande, wenn man die Zeit und den Ablauf von Mutation und Selektion wirken lässt, ganz von alleine.
  3. Man unterscheidet bei den Strukturen, die in der Natur vorkommen, zwischen zwei grundsätzlich zustande gekommenen. Den „natürlichen Strukturen“, also jenen, die durch Selbstorganisation zustande gekommen sind und den „technischen Strukturen“, also jenen, welche durch Einwirken von außen bewusst in einen entsprechenden, nicht natürlichen Zustand gebracht worden sind. Und das sog. „Blind-Watchmaker-Argument“ nutzt in all seinen Formen immer „technische Strukturen“ um einen Gott dahinter zu postulieren. Und hier ist der Fehler! Wenn ich etwas erschaffenes, also Technik, als Beispiel nehme, dann gelange ich durch Hinterfragen sehr schnell zum entsprechenden Schöpfer, dem Menschen. Aber wenn man das vom Menschen geschaffene als Argument für einen Schöpfer einbringt, dreht man sich im Kreis, da man dann den Menschen als Schöpfer angibt, und nicht wie gewünscht, einen Gott.

Zerschlagung des Arguments:

Es gib viele Wege dieses Argument zu zerschlagen.

Eine davon ist zu hinterfragen, wo im Universum ein nicht von Menschen geschaffenes Lego-Männchen (Boeing 747, Schneemann, Uhr, …) zu finden ist. Es wird keine sinnvolle Antwort folgen.

Eine andere Möglichkeit ist, den Irrtum aufzuklären und dann nach dem Einbringen einer natürlich gewordenen Struktur bitten, schnell verliert das Argument an Halt.

Man muss nicht beweisen, dass es keinen Gott gibt!

Gläubige argumentieren oft, dass es nicht möglich sei zu beweisen, dass es keinen Gott gibt. Irgendwie scheint ihnen dies Sicherheit zu geben. Allerdings die Sicherheit einer Glastür, hinter der sie sich verstecken wollen.

Zunächst einmal geht es um die Klarstellung, dass jener, der eine Idee zu einer Sache hat, auch jener ist der diese Idee als korrekt belegen muss, sofern diese einen Anspruch auf eine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit erhalten soll. Eine Idee ist schnell erdacht und ausgesprochen, doch ob diese einen Wahrheitsanspruch hat, das steht auf einem gänzlich anderen Blatt.

Solange eine Idee als solche lediglich eine Idee ist, formuliert doch unbelegt, behält sie den Status einer Idee. Was allerdings unterscheidet eine beliebige Idee von einem möglichen Irrtum? Nichts!

Es genügt somit, diese Idee als „unbelegt und nicht in offensichtlicher Übereinstimmung mit der Wirklichkeit stehend“ zurückzuweisen.

Die Aussage, man könne die Existenz Gottes nicht widerlegen ist die Forderung, den Inhalt einer Idee zu widerlegen. Doch bei einer Falsifizierung (~Widerlegung) geht es nicht darum, den Inhalt einer Idee direkt zu widerlegen, also das Konstrukt welches darin beschrieben wird, sondern es gilt, die gefundenen Belege für eine Idee zu falsifizieren. Gelingt dies, so war der Beleg nicht haltbar und die Idee bleibt unbelegt. Und hier zeigt sich die Unmöglichkeit, eine Idee ohne Halt in die Wirklichkeit einbringen zu wollen. Jeder Versuch, die Existenz irgend eines Gottes in der Wirklichkeit verankern zu wollen, scheitert an den Belegen dafür. Denn bisher konnte jeder angebliche Beleg für ein Wirken Gottes als unhaltbar aufgezeigt werden. Es gibt keinen Gottesbeweis der keinen Logikfehler oder eine willkürliche Prämisse beinhalten würde. Seit Jahrtausenden bleibt die Gottesthese das, was sie von Beginn an war, eine Idee, die nicht mit der Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bekommen ist.

Ebenso kann anders herum gefordert werden, die Idee zu belegen, das Universum, das Leben und alles andere, sei ohne einen Schöpfer entstanden. Nun, all‘ die Belege hierfür aufzuzeigen soll nicht Aufgabe dieses Textes sein, doch vom Urknall bis zum heutigen Tage gibt es weitaus elegantere Modelle, welche die Entstehung von allem erklären, als die Idee eines Schöpfers, welche nach Jahrtausenden immer noch eine Idee ohne Unterschied zum möglichen Irrtum ist.