Das Ende des Aberglaubens

Ich führte letzens eine Diskussion in welcher ich den Glauben eines Diskussionspartners als „Aberglaube“ bezeichnete. Wie ich denn darauf käme, dass sein Glaube an Gott ein Aberglaube wäre, wurde da gefragt. Ich bat also darum, mir die Unterschiede zwischen Glaube und Aberglaube aufzuzeigen.

Wie erwartet kamen keinerlei belastbare Argumente. Es ging eine ganze Weile so hin und her, ich weiß gar nicht mehr alle Argumente, aber ein paar möchte ich hier festhalten, sind sie doch ein gewisser Standard oder zumindest erheiternd.

* * *

Er: „Du wirst meinen Glauben nicht erschüttern können!“ – Ich: „Ob du dir Scheuklappen aufsetzt oder nicht, ist deine Sache. Bereits mit dieser ersten Aussage zeigst du deine Position. Fakten brauchen keinerlei solcher Abwehrreaktionen, nur unsichere Weltbilder rufen bereits vor einer Diskussion eine solche Reaktion hervor. Und am Ende dieser Diskussion wirst du verstehen, wieso du das Gegenteil von dem erreichst, was du erreichen möchtest. Du machst deine Position lediglich schlimmer.“ (Er meinte, wir werden ja sehen.)

Er: „Aberglaube ist so was wie auf Holz klopfen um nichts falsches hervor zu beschwören.“ – Ich: „Ach, also so wie ein Kreuz vor der Brust machen um Unheil abzuwehren?“

Er: „Du hast ganz sicher irgendwann schon einmal Gott angefleht, er möge dir helfen. Da wette ich!“ – Ich: „Langsam verstehe ich, wie du dir so sicher sein kannst, dass es Gott gibt. Du bestätigst es dir einfach selbst. Man nennt das den Confirmation Bias und er ist ein treuer Begleiter des Aberglaubens. Du schließt von deiner Position heraus direkt auf meine und denkst, nur weil du Gott anflehst muss das auch für mich gelten. Nein, ich habe noch nie irgend einen Gott angefleht. Oder hast du schon mal Superman um Hilfe gerufen?“

Er: „An Gott zu glauben ist doch nur logisch!“ – Ich: „Nicht an irgend einen Gott zu glauben ist doch nur logisch! Eigentlich müsstest du meine Aussage nun falsifizieren können, behaupte ich doch glatt das Gegenteil und du hast ja offenbar die Logik auf deiner Seite. Also…“ (Natürlich kam nichts.)

Er: „Aber Gott ist soviel mehr als Aberglaube!“ – Ich: „Wir sind wieder am Anfang, ich bitte um eine Aufzählung der Unterschiede, denn bisher hast du meine Aussage nur bestätigt da du keinerlei Unterschied aufzählen kannst. Wie ich dir vorher gesagt habe, du machst es nur schlimmer. Aber gerne auf zur zweiten Runde.“

Weg war er…

* * *

Natürlich ist dies nur ein Gedächnisprotokoll und ich habe einiges weggelassen, das Gespräch dauerte etwa eine dreiviertel Stunde. Ich spiele dieses Spiel nun schon eine ganze Weile und bisher konnte mir kein Gläubiger aufzeigen, was denn der ach so große Unterschied zwischen Glaube und Aberglaube ist.

Es gibt keinen, denn jedes Argument für die Existenz eines Gottes basiert auf rein subjektivem für wahr haben wollen. Es gibt keinerlei Hinweis auf die Existenz solcher Wesenheiten. Es gibt lediglich Personen, welche sich nicht mit der Geschichte, der Entstehung ihrer Religion, ihres Aberglaubens, auseinandersetzen. Ich möchte jetzt gar nicht auf all‘ die bekannten, historischen Fakten eingehen, welche Thora, Bibel, Koran und Co. längst als Mythenbücher entlarvt haben, davon gibt es genügend.

Für mich ist es jedenfalls immer wieder interessant zu erleben, dass Gläubige den ernsthaften Versuch machen, ihren Gottglaube vom Status eines Aberglaubens zu differenzieren und dass sie sich dabei jedes mal nur selbst belegen, dass sie es nicht schaffen. Vielleicht beginnt irgendwann bei irgendwem einmal ein kleines, längst eingerostetes Rädchen zu knacksen, bis der Rost der Verblendung abfällt, der Geist aufwacht und den Glaube an einen Gott oder mehrere Götter als das erkennt, was er ist: Aberglaube!

 

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